Hier stelle ich Euch nur die gängigsten Piercings vor; natürlich gibt es noch beinahe unbegrenzte Möglichkeiten, ein Piercing auch an eine andere Stelle zu platzieren. Ich steche natürlich auch an anderen Körperstellen - einfach mal nachfragen!

 

 

 

Augenbraue

 

Das Piercing der Augenbraue kann entlang der gesamten Augenbraue horizontal oder vertikal platziert werden. Dieses Piercing kann zum Auswachsen neigen (vor allem im inneren Bereich der Augenbrauen). Während der Abheilungsphase sollten wie bei allen Gesichtspiercings keinerlei Kosmetikprodukte in der Nähe des Piercings verwendet werden.


Abheilung: ca. 4 bis 8 Wochen

 

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Nasenflügel

 

Das Nasen(wand)piercing ist das am weitesten verbreitete "Nasenpiercing". Auf keinen Fall sollte dieses Piercing mit einer Ohrlochpistole geschossen werden! Die Platzierung erfolgt entlang des Nasenbogens.


Abheilung: ca. 4 Wochen

 

 

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Septum

 

Das Septumpiercing wird durch das Mischgewebe (Schleimhaut / Knorpel) am unteren Ende der Nasenscheidewand gestochen. Dieses Piercing ist schwierig gerade zu plazieren, da so gut wie keine Nasenscheidewand gerade ist und dieser Makel ausgeglichen werden muss, um ein gerades Septumpiercing zu erhalten. Die Nase ist nach dem Stechen sehr empfindlich.


Abheilung: ca. 2 bis 3 Monate

 

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Anti Tragus

 

Das Anti-Traguspiercing wird direkt gegenüber vom Tragus in die untere Knorpelfalte, die direkt über dem Ohrläppchen sitzt, gesetzt.

 

Abheilung: ca. 3 bis 6 Monate

 

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Industrial

 

Unter einem Industrial versteht man 2 Piercings, die durch einen Stab miteinander verbunden sind. Am geläufigsten ist wohl das Helix to Helix Industrial, aber soweit es die Anatomie des Ohres zulässt, sind auch andere Kombinationen möglich, wie z.B. Conch to Conch Industrial, Helix to Conch Industrial oder Tragus to Conch Industrial. Beim Stechen eines Industrials ist vor allem auf die korrekte Platzierung der Piercings großer Wert zu legen, da durch die starre Verbindung der beiden Piercings so gut wie keinerlei Spannungsausgleich im Ohr mehr stattfinden kann. Dieses Piercing ist nicht bei jedem möglich, da es stark anatomieabhängig ist.


Abheilung: ca. 3 bis 6 Monate

 

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Tragus

 

Das Traguspiercing wird durch den Knorpel gestochen der direkt vor dem Gehörgang sitzt. Dieses Piercing ist weit verbreitet, sollte aber auch nicht unterschätzt werden. Es sollte wie alle Knorpelpiercings nicht geschossen werden, da ansonsten der Knorpel gespalten werden könnte (neben den anderen Nachteilen der Ohrlochpistole).


Abheilung: ca. 3 bis 6 Monate

 

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Zungenpiercing

 

Das Zungenpiercing wird in der Regel in der Mitte der Zunge vertikal gestochen. Für den Ersteinsatz muss ein sehr langer Barbell genutzt werden, da die Zunge nach dem Stechen anschwillt. Das Zungenbändchen auf der Unterseite der Zunge darf nicht durchstochen werden und die untere Kugel des Stabes darf nicht auf das Zungenbändchen drücken. Nach Abschwellung der Zunge muss ein kürzerer Stab eingesetzt werden, mit diesem fällt dann die Handhabung des Piercings um einiges leichter und die Gefahr des unbeabsichtigten Daraufbeissens wird auch vermindert. Sollte die Zunge lang genug sein, kann man auch mehrere Zungenpiercings tragen.


Abheilung: ca. 3 bis 4 Wochen

 

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Lippenband

 

Mit dem Lippenbandpiercing ist meist das obere Lippenband gemeint (Mitte, Innenseite der Oberlippe). Das Lippenband ist sehr dünn, aber stabil. Daher ist das Piercing schnell verheilt und lässt sich problemlos tragen. Allerdings kann unter Umständen eine Reizung (Beschädigung) der Zähne und / oder des Zahnfleisches auftreten. Um diese Reizung zu minimieren, gibt es spezielle, an einer Seite abgeflachte Kugeln. Das Lippenbandpiercing ist nicht bei allen Leuten machbar, da bei vielen das Lippenband eingerissen oder  zurückgeschnitten wurde oder aus anderen Gründen zu kurz ist.


Abheilung: ca. 1 bis 2 Wochen

 

 

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Madonna

 

Das Madonna-Piercing (oder auch Chrome Crawford Piercing) ist vom Prinzip her ein Labretpiercing an der Stelle an der einige Stars (z.B. Madonna) einen Schönheitsfleck (Muttermal) haben. Die Platzierung erfolgt links oder rechts an der Oberlippe. Es schwillt etwas mehr und länger an als ein normales Labretpiercing, da diese Piercingvariante durch Muskelgewebe gestochen wird und durch die Muskelkontraktionen der Stichkanal mehr gereizt wird.


Abheilung: ca. 4 - 8 Wochen

 

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Labret

 

Das Labretpiercing wird, meistens in der Mitte, unterhalb der Unterlippe gestochen. Dieses Piercing neigt zum Anschwellen, weshalb zu Beginn ein ausreichend langer Stab eingesetzt werden sollte. Nach Abschwellung der Lippe muss ein kürzerer Stab eingesetzt werden, um unnötige Reibung an Zähnen und Zahnfleisch zu vermeiden.


Abheilung: ca. 4 Wochen

 

 

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Brustwarze

 

Das Brustwarzenpiercing wird meist horizontal oder vertikal gestochen, kann jedoch beliebig ausgerichtet sein. Diese Art des Piercings (meist bei Männern) wird auch gerne gedehnt und, entgegen der oft geäußerten Befürchtung, führt ein komplikationslos verheiltes Brustwarzenpiercing bei der Frau nicht dazu, dass sie später kein Kind mehr stillen kann. Wie bei den meisten Piercings ist auch hier die richtige Platzierung von großer Bedeutung.


Abheilung: ca. 2 bis 6 Monate

 

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Nabel

 

Das Nabelpiercing ist eines der häufigsten, aber auch eines der Piercings, die am längsten zum Abheilen benötigen. Durch die Lage in der Körpermitte ist dieses Piercing ständig zahlreichen äußerlichen Reizen wie Reibung, Druck und Spannungen ausgesetzt, was wiederum die Wundheilung stark beeinträchtigt und verlangsamt. Dieses Piercing kann im Prinzip radial um die Nabelöffnung gestochen werden, meist wird jedoch die obere Hautfalte gepierct. Der komplikationslose Heilungsverlauf dieses Piercings ist auch stark anatomieabhängig und es muss vom Piercer große Sorgfalt auf die richtige Platzierung des Piercings gelegt werden. Dieses Piercing verlangt vom Kunden intensive Pflege und sollte keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden.


Abheilung: mindestens 3 bis 6 Monate

 

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Klitorisvorhaut horizontal

 

Dieses Piercing wird horizontal durch die Klitorisvorhaut gestochen. Als Schmuck wird ein kleiner BCR eingesetzt, der so gewählt werden sollte, dass die Kugel direkt auf der Klitoris liegt. Anatomische Voraussetzungen für dieses Piercing ist eine ausreichend große Klitorisvorhaut. Dieses Piercing kann auch mehrfach ausgeführt und mit einem vertikalen Klitorisvorhautpiercing kombiniert werden.


Abheilung: ca. 2 bis 3 Wochen

 

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Prinz Albert

 

Das Prinz Albert Piercing ist eines der unkompliziertesten männlichen Genitalpiercings. Es heilt schnell und ist relativ einfach in der Pflege. Das Prinz Albert Piercing läuft entlang der Harnröhre und tritt an der Unterseite beim Frenum (Vorhautbändchen) wieder aus. Es mus mit Nachblutungen gerechnet werden, die aber schnell wieder verschwunden sind. Dieses Piercing dehnt sich sehr schnell und leicht, so dass man ohne Probleme dickere Ringe tragen kann. Ein Prinz Albert ist eine gute Vorstufe für einen Apadravya.


Abheilung: ca. 2 bis 4 Wochen