Piercing an sich

 

Piercen bedeutet nichts anderes als durchstechen. Das Piercen ist eine Form der Körpermodifikation, bei der der Schmuck an verschiedenen Stellen des menschlich Körpers durch die Haut und darunter liegendes Fett- oder Knorpelgewebe hindurch angebracht wird.

Piercings haben, wie Tätowierungen, eine lange Geschichte in den verschiedensten Kulturen; heutzutage sind sie jedoch meist reiner Körperschmuck und in den meisten Bereichen akzeptiert wie die schon lange gesellschaftsfähigen Ohrringe.

 


 

Piercen ist nicht gleich Schießen

 

Zwischen Piercen und Schießen besteht ein grundsätzlicher Unterschied.
Beim Piercen wird eine Hohlnadel benutzt, deren Kanten messerscharf geschliffen sind. Diese Schneide formt den Stichkanal, der am Schluss das Piercing aufnimmt. Diese Wundflächen heilen schnell ab.
Beim Schießen eines Durchgangs mit der Pistole ist mehr Gewebe als nötig betroffen. Bei diesem Verfahren wird der Einsatz mit hoher Wucht durch das Gewebe gestoßen. Da der Einsatz stumpf ist, reißt das Gewebe unkontrolliert ein. Die entstandenen Risswunden heilen wesentlich schlechter; zudem wird das Gewebe gequetscht, wodurch anschließend ein wummernder Schmerz auftritt.

 

 

 

Ohrlochpistole und ihre Gefahren

 

Ohrlochpistolen können nicht sterilisiert werden und sind daher potenzielle Überträger von Hepatitis A, B und C. Außerdem zerquetscht beim Durchschießen der stumpfe Bolzen das Gewebe regelrecht und sorgt für  einen perfekten Nährboden für Bakterien. Der Schuss kann auch kaum exakt an die gewünschte Stelle platziert werden. Ohrlochpistolen wurden ursprünglich zur Markierung von Kuhohren verwendet, und dabei hätte es auch bleiben sollen! Besonders gefährlich wird es, wenn Piercings am Nabel oder an Brustwarzen mit diesen Pistolen geschossen werden.



 

Geeignetes Material für den Ersteinsatz

 

Empfohlen werden zum Ersteinsatz PTFE, Titan, oder auch Chirurgenstahl. Diese Materialien stehen für maximale Verträglichkeit und besitzen eine glatte Oberfläche welche keinerlei Nährboden für Bakterien bietet, wichtig ist jedoch auch der Nickelgehalt, welcher oft zu Allergien führt.

Hierbei sollte man beachten, dass Chirurgenstahl noch Restwerte von Nickel enthält, so dass die meisten Studios deren Ersteinsatz ablehnen.

Titan dagegen löst keinerlei Allergien aus, ebenso wie PTFE. Ein prägnanter Unterschied der beiden Werkstoffe liegt in der Weichheit des Materials; während Titan zu härtesten Materialien überhaupt zählt ist PTFE eine Art Kunststoff und somit flexibel.

PTFE empfiehlt sich besonders im Mundbereich, da man hiermit die minimalste Schädigung von Zahnfleisch und Zähnen verursacht, aber auch sonst ist PTFE durch seine Flexibilität sehr empfehlenswert. Bleibt man mit seinem Piercing doch einmal irgendwo hängen, gibt der Stab (Ring, etc.) etwas nach, was ein Einreißen des Piercings im Stichkanal verhindert, oder zumindest verringert.

 

 

 

Intimpiercing

 

Manche Piercings sehen nicht nur gut aus, sondern verleihen auch ungeahnte Gefühle. Es ist unbestritten, dass durch einige Piercings eine zusätzliche Stimulation der Nervenenden im Stichkanal erzeugt wird. Jedoch sollte man auch hier genau über den Zeitpunkt der Neuanschaffung nachdenken, denn einige dieser Piercings benötigen eine gewisse Enthaltsamkeit.

Einen passenden Piercer zu finden, dem man auch voll vertraut, ist hierbei besonders wichtig; schließlich sollte man sich entspannen können. Jedoch wird nicht in jedem Studio jedes Intimpiercing gestochen. Scheut Euch nicht, einfach nachzufragen, was für Möglichkeiten denn überhaupt bestehen. Dass wenig öffentliches Infomaterial hierzu ausliegt ist einfach eine Sache des Jugendschutzes.